Novell 5.0 Upgrade Part I

Heute hatte ich in der Arbeit zusammen mit einem Kollegen die ehrenvolle Aufgabe einen Novell 5.0 NetWare Server aufzusetzen. Warum macht man das? Gute Frage… Der Kunde hat in seinem aktuellen Betrieb solche Systeme noch im Einsatz und es ist unsere Aufgabe diese Systeme durch State-of-the-Art Systeme zu ersetzen. Daher bleibt die unangenehme Aufgabe nicht aus, auch mal an Novell Server zu geraten.

Die Daten sind auf einem Novell 5.0 Server aber nicht einfach zu übernehmen. Dazu muss man zuerst ein Upgrade auf mindestens Version 5.1 machen. Ab hier wird nämlich CIFS unterstützt und man kann mit gängigen Windows Bordmitteln arbeiten. Die Crux liegt also darin einen Novell Server 5.0 auf Version 5.1 upzugraden, welches nicht ohne weiteres möglich ist. (Schon gar nicht wenn man schon lange nichts mehr auf diesem Gebiet gemacht hat). Nun ja, über diverse Seiten und Internetrecherche kamen wir zu dem Schluss dass ein Upgrade möglich ist, wenn man Novell 5.0 auf den Patchstand SP6a mit Hilfe des gleichnamigen Supportpacks bringt. Nach dieser Aktion sollte es möglich sein mit einem Upgrade auf die Version 5.1 zu kommen, ohne den Directory Dienst in der Version verändern zu müssen (das will man sich nicht antun).

Mein Vorschlag einen pensionierten Novelladmin unter Androhung von Gewalt zu einem Upgrade zu zwingen, war leider aus Konflikten mit dem Grundgesetz und den aktuellen Sicherheitsbestimmungen der Firma nicht realisierbar. (Aber clever) 🙂

Somit mussten wir uns wohl oder übel doch mit der Materie selber beschäftigen. Ich werde hierzu eine kleine Anleitung verfassen (die Stellen an denen wir von vorne beginnen mussten spare ich aus). Ich weiss zwar nicht, wer jemals wieder in die Lage kommen sollte, so etwas zu realisieren, aber man weiss ja nie …

In Part I dieser Doku wird die Installation von SP6a beschrieben. Die hat auch schon einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Bei Gelegenheit werde ich dann Part II mit dem Upgrade auf 5.1 beschreiben.

Es wird davon ausgegangen, dass ein installierter Novell 5.0 Server vorliegt (das kriegt man grade noch hin). Bei uns läuft das System in einer virtuellen Umgebung. Auf Snapshots möchte man bei dieser Arbeit nicht verzichten. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass die Virtualisierung wider erwarten bis auf die SCSI Treiber wunderbar funktioniert hat. Aber dazu bitte den TIPP beachten.

TIPP: Nicht LSI als SCSI Devices hernehmen, sondern BusLogic. Die Treiber sind schon out of the box dabei.

Upgrade Novell 5.0 auf Novell 5.0 Support Pack 6a:

Von einer beliebigen Quelle im Internet organisiert man sich die Datei nw50sp6a.exe (158 MB). Aus rechtlichen Gründen kann ich dazu keinen direkten Link vergeben. Aber nach einer kostenlosen Registrierung kann man das von der Novell Seite herunterladen.

Das die Datei eine .exe Endung hat, heisst allerdings noch lange nicht, dass man sie auf den Server packen kann und dann einfach munter installiert.

An dieser Stelle muss ein Rechner vorhanden sein, der mit der neuesten Version des Novell-Clients beglückt worden ist. Über diesen meldet man sich mit administrativer Kennung im eigens dafür kreirten Novell Netzwerk an und hat somit Zugriff auf die Volumes SYS: und PUBLIC: auf dem Novell Server. Die heruntergeladene Supportpack Datei wird  nun auf den Client geschoben. Dort muss man sich eine DOS-Box öffnen (das dieses jeder hinkriegt setze ich vorraus)

Nun wechselt man in der DOS-Box in das Netzlaufwerk auf den Novell das SYS: Laufwerk gemapped hat. Von dort aus startet man dann die .exe Datei, die sich lokal auf dem Client befindet. Die entpuppt sich bei dieser Gelegenheit als  Self-Extracter.

Wichtig: Keinen Unterordner für das entpacken anlegen, da die Installationsroutine das nicht leiden kann.


Extrahieren des Support-Packs

Die Extraktion sollte dann ähnlich wie auf obigem Bildchen aussehen. Unter Linux erscheint bei solchen Vorgängen immer eine Nette Zeitangabe, bis zur Vollendung. Hier nicht, also mache ich die einfach. Nach 3 – 4 Tassen Kaffe (45 Minuten) kanns weitergehen 🙂
Sind diese Schritte erst einmal geschafft, ist es nicht mehr wirklich weit bis zum Erfolg.


NWCONFIG ist dein Freund:
Das Kommando „nwconfig“ ist, wie ein Kollege sagte der yast der 90er Jahre. Es wird also somit zum allround Tool unter Novell für die Installation von Treibern, Modulen, Paketen und Upgrades erhoben.
Nach der Eingabe des Kommandos erscheint ein debconf ähnliches GUI. Dort wählt man den Punkt aus, der auf dem Bildchen unten zu sehen ist.

nwconfig installation

Bewegt man NWCONFIG nach dieser Angabe dazu, dass man einen Pfad für die gewünschten Daten angeben darf (F3) kann man dort den Pfad angeben, den man zum entpacken der SupportPack-Datei verwendet hat:
SYS:NW50SP6A (und zwar genau so und nicht anders)

NWCONFIG Pfad

Findet Novell im angegebenen Pfad alle Dateien, die benötigt werden, fragt es nach, ob man ein Backup der Dateien machen möchte, die vom Upgrade Prozess verändert werden. In jedem Fall rate ich dazu diesen Punkt aktiviert zu lassen. (Wir haben dank Snapshot darauf verzichten können)

NWCONFIG Backup

Der Installationsprozess startet und berichtet, dass er das JAVA Modul entladen muss, damit auch diese Dateien zum Upgrade freigegeben werden können. Hier kann beherzt mit „Enter“ antworten.

NWCONFIG Java Unload

Nach dem Bestätigen fährt NWCONFIG mit dem kopieren der Dateien und der Installation fort.

NWCONFIG Installation

Einige zu kopierende Dateien später, fragt Novell dann nach der Adminkennung für die Anmeldung am Directory Server. Diese werden benötigt, da später im Upgrade Schema Changes für NLS notwendig sind. WICHTIG: Vollen Namen angeben  user.ou.tree !

NWCONFIG Credentials

Die Frage nach den Schema-Changes für NLS sollte man mit „Yes“ beantworten. Somit werden unter dem vorher angegebenen Benutzer alle Änderungen die notwendig sind durchgeführt.

NWCONFIG Schema-Changes

Sind auch die Schema-Changes vollendet, meldet NWCONFIG, den erfolgreichen Upgrade auf SupportPack Version 6a. Aber um die Installation abzuschliessen ist noch Reboot notwendig.

Nach diesem Reboot mit Hilfe von „VERSION“ prüfen ob auch alles richtig angezeigt wird. Das SupportPack sollte auch in der Ausgabe erscheinen  SupportPack Revision 06.

Das wäre geschafft. Der erste Schritt auf dem langen Weg zum Upgrade auf Novell 5.1 ist gemacht 🙂

An dieser Stelle herzlichen Dank an meinen Kollegen, der mir in den harten Zeiten Beistand geleistet hat und auch da war, wenn ich weinen musste 😀

Den Rest gibts dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Have fun,

j.klein

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